Orgelnoten – Auswahl, Kauf, Empfehlenswertes

Das Fundament jeglichen künstlerischen Orgelspiels liegt neben dem Instrument, der Orgel an sich, und der erlernten Spieltechnik auch in der gewählten Orgelliteratur. In der heutigen Zeit ist es möglich, für jeden Schwierigkeitsgrad vom Einsteiger bis zum Profi aus einer großen Auswahl an Orgelnoten zu wählen. Hierbei machten wir von Orgelmusikwelt.de vielfach in der Vergangenheit die Erfahrung, dass die Einschätzung der Orgelwerke über das Notenbild allein zumeist nicht ausreicht und sich im Nachhinein schnell Enttäuschung über zu teure, zu schwierige oder schlichtweg wenig wohlklingende Orgelwerke einstellt.

Empfehlenswertes

Daher kann nur vor jedem Kauf empfohlen werden, das jeweilige Stück über das Notenbild vorab abzuschätzen, gebenenfalls über eine Testseite das Werk anzuspielen und im besten Fall eine geeignete Aufnahme (CD, YouTube) der Komposition von ausreichender Qualität oder sogar eine gute Live-Performance zu hören. So kann bei der Vielfalt der Möglichkeiten und der begrenzten Menge an Übezeit größtenteils vermieden werden, „die Katze im Sack zu kaufen“. Sehr gute Erfahrungen beim Notenkauf haben wir neben den örtlichen Musikalienläden auch über den Notenversandshop Stretta gemacht, der eine große Auswahl auch an Orgelnoten bietet.

Für die folgenden Orgelnoten haben wir in Kurzform unsere Erfahrungen und Einschätzungen notiert. Dabei besteht bei der Fülle und Auswahl an Noten kein Anspruch auf Vollständigkeit, vielmehr kann die Liste jederzeit erweitert werden. Hinsichtlich des Übeaufwands orientieren sich die meisten Werke an einem leichten bis mittleren Schwierigkeitsgrad und gehen nur selten darüber hinaus.  Es wurde darauf Wert gelegt, nur solche Noten anzugeben, die wir grundsätzlich weiterempfehlen:

a) Barocke Werke

  • J.S.Bach, Orgelbüchlein BWV 599-644 : Bach gehört schon seit jeher zu den Komponisten, dessen Werke jeder Organist gespielt haben sollte. Bei der Vielzahl an Orgelwerken ist insbesondere das Orgelbüchlein im Hinblick auf das Erlernen der für die Orgel typischen Spieltechnik hervorzuheben. Die 46 Choralvorspiele unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades eignen sich aufgrund des künstlerisch hohen Anspruchs sowohl für Gottesdienst als auch Konzert und haben in der Regel eine übersichtliche Länge von 1-2 Seiten. Fazit: Für Einsteiger und Profis gleichermaßen sehr empfehlenswert!
  • J.S.Bach, 8 kleine Präludien und Fugen BWV 553-560 : Die früher J.S.Bach zugeschriebenen Präldudien und Fugen sind aufgrund ihres überschaubaren Schwierigkeitsgrads insbesondere für den Einstieg ins Orgelspiel geeignet und erfreuen sich großer Beliebtheit. Fazit: Ideal für Einsteiger !
  • J. Pachelbel, Orgelwerke, Hexachordum Apollinis : Die hier genannten Orgelwerke des süddeutschen Komponisten J. Pachelbel eignen sich insbesondere auch für Instrumente wie Kleinorgeln oder Positive und lassen sich auch gut auf dem Cembalo darstellen. Außerdem bieten die Variationen die Gelegenheit verschiedenste Register vorzustellen und so das ganze Spektrum an Klangfarben zu Gehör zu bringen. Der Schwierigkeitsgrad kann mit einfach bis mittel angesetzt werden. Fazit: Für jedermann geeignet!
  • D. Zipoli, Orgel- und Cembalowerke : Der italienische Barockkomponist D. Zipoli hat für Orgel und Cembalo geeignete ansprechende Werke in der typisch barocken Gattung der Suite geschrieben. Die in sich geschlossenen Sätze sind ebenso wie die oben genannten Orgelwerke Pachelbels vor allem auf kleineren Instrumenten sehr reizvoll darstellbar und liegen ebenso im leichten bis mittleren Schwierigkeitsgrad. Fazit: Wie geschaffen für Kleinorgeln!

b) Werke der Klassik und Romantik

  • C.Ph.E.Bach, Sonaten für Orgel : Die 6 Orgelsonaten des Bachsohnes C.Ph.E.Bach sind ein echter Geheimtipp unter der eher geringen Auswahl an Orgelwerken aus der Zeit der Klassik. Umsetzbar auch rein manualiter lassen sie sich auf fast allem darstellen, was Tasten hat und erfreuen das Publikum durch ihren leichzugänglichen und ansprechenden Charakter. Fazit: Belebende und erfrischende Klänge im mittleren Schwierigkeitsgrad!
  • J.G.Rheinberger, Freie Orgelmusik für den Gottesdienst : Diese Sammlung von Werken aus dem 19.Jahrhundert des Komponisten J.G.Rheinberger besticht durch ihre gute Verwendbarkeit für den Gottesdienst. Die Stücke haben eine Länge von bis zu maximal 4 Seiten und liegen im einfachen bis mittleren Schwierigkeitsbereich. Fazit: Tolle Orgelmusik der Romantik mit sehr schönem Notenbild zum wirklich günstigen Preis!
  • M. Reger, 30 kleine Choralvorspiele op.135a : Die 30 kleinen Choralvorspiele eignen sich ebenso wie die oben genannte Sammlung von J.G.Rheinberger hervorragend für den gottesdienstlichen Gebrauch bei eher leichtem Schwierigkeitsgrad. Fazit: Insbesondere für Einsteiger geeignet!
  • L. Boellmann, Suite gothique pour Grand Orgue. op. 25 : Sehr bekannt und bei Publikum wie Interpreten sehr beliebt ist diese Suite ein äußerst ausdrucksstarkes und wirkungsvolles Werk. Fazit: Einfach grandiose Musik!

c) Werke des 20. und 21. Jahrhunderts

  • N.Ogden, New Era : Das Einzelwerk des englischen Komponisten N.Ogden ist ein wunderbares Nachspiel für einen festlichen Gottesdienst, welches aus mehreren abwechslungsreichen Teilen besteht. Fazit: Modern, festlich und nicht zu schwierig!
  • C.S.Lang, Tuba Tune D major opus.15 : Aus der Feder des neuseeländisch-britischen Komponisten C.S.Lang stammt dieses feierliche Stück, welches insbesondere bei Hochzeiten oder als festliches Nachspiel sehr gut ankommt und kaum Schwierigkeiten im Spiel bereitet. Fazit: Ein Geheimtipp für jedermann!
  • M.Schütz, 20 Pop-Stücke für Orgel : Wer ein Beispiel für die Synthese von moderner Popular- oder Jazzmusik mit der Orgel erleben möchte, der ist mit dieser Sammlung gut beraten. Dabei sind neben „fetzigen“ Stücken auch sehr ansprechende ruhige Werke dabei. Fazit: Modern, vielseitig nutzbar und eine interessante Sammlung!

d) übergreifende Sammlungen

  • Freiburger Orgelbuch : Diese reichhaltige Sammlung bietet Orgelwerke quer durch die Jahrhunderte von Komponisten aus unterschiedlichen Ländern. Neben der außerordenlich ansprechenden Qualität des Notenbilds ist die besondere Eignung aufgrund der Vielfalt der insbesondere nicht zu langen Stücke gerade für den Unterricht und für den Gebrauch im Gottesdienst hervorzuheben. Fazit: trotz eher hohem Preis eine absolut lohnenswerte und langfristige Fundgrube!

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